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Donnerstag, 6. April 2017

Das Johari-Fenster – oder: Wie eine Professorin mit einer Lotsin den neuen Weg gefunden hat



Das 3. Fenster

Manchmal ist es so, dass wir vom Weg abgekommen sind.
Manchmal erkennen wir, dass dies nicht mehr unser Weg ist.
Manchmal stehen wir dann an einer Kreuzung und fragen uns: Wohin?

Oft ist diese Situation schon länger begleitet von den „unangenehmen Zeiten“ des Lebens. Vielleicht sogar von „unerträgliche Zeiten“. Zeiten, in denen andere uns nicht (mehr) so wahrnehmen wie wir eigentlich sind. Zeiten, in denen wir Niedertracht, Sorgen und Respektlosigkeit meinen ertragen zu müssen. Und weil wir denken: Vielleicht habe ich das ja auch verdient, so behandelt zu werden – wird es immer noch schlimmer. Unsere gute Ausstrahlung, unsere Selbstgewissheit, unsere Selbstsicherheit schmelzen – und so geraten wir immer mehr in Energiefelder, die ähnlich negativ sind.

Vielleicht haben wir uns – mangels Alternativen – eine Zeitlang damit abgefunden, dass das Leben jetzt so ist. Vielleicht brauchen wir auch mal für uns diese Ruhepausen.

Aber meistens erwachen in uns wieder die eingeschlafenen Lebenskräfte und wir fragen uns: Und jetzt?

Als intelligente Wesen denken wir, dass wir das schon irgendwie schaffen. Wenn wir uns Mühe geben. Disziplin zeigen. Fleissig sind. Aber „Mühe, Disziplin und Fleiss“ sind nicht immer die richtigen Rettungsanker.
Das habe ich (wieder) erkannt, als mich eine Professorin bat, sie zu begleiten. Nicht nur im wörtlichen Sinne zu Meetings, Kongressen und auf Reisen. Sondern auch bei der Neuorientierung ihres Lebens. Ich fragte mich – und dann auch sie – warum sie denn meine Hilfe braucht. Sie – nennen wir sie mal Maria – hat doch das alles (Psychologie, Soziologie) nicht nur studiert, sondern auch an der Uni unterrichtet.

Sie lächelte und erinnerte mich daran, was ich selbst auch studiert aber augenscheinlich gerade hier vergessen hatte: Das Wesen des Johari-Fensters[1]: Jeder (!) Mensch hat einen „blinden Fleck“, den er selbst nicht – aber andere Menschen sehr wohl sehen können. Das ist das 3. Fenster, das wir nur mit Hilfe von anderen öffnen können.

Deshalb konnte Maria mich ganz einfach als „Lotsin“ akzeptieren – und ich konnte ihr helfen, den neuen Weg zu finden.

Manchmal haben wir so lange in der Dunkelheit ausgeharrt, dass wir eine Hilfe noch nicht annehmen können.

Aber manchmal haben wir auch die Dunkelheit so satt, dass wir einen inneren Impuls spüren und sagen können:

Neuer Weg? Ja!
Neues Leben? Ja!
Lotsin? Ja! Warum nicht?

Lilli Cremer-Altgeld
Mobil 0049 1575 5167 001